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Antisemitismus im NS-Film

Antisemitismus im NS-Film

Propaganda durch Unterhaltung
7. November 2016 bis 16. Jänner 2017

 

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Schon früh begann das NS-Regime die unterschiedlichsten Medien für seine Zwecke zu nutzen, zur Errichtung eines gewichtigen Fundaments der Selbstdarstellung und Publikumstäuschung. Der Film stand dabei in besonderem Fokus. Ausgestattet mit den Mitteln modernster Technik und mit dem Ziel der Schaffung politisch und ideologisch überformter Illusionen, wurde eine Filmwelt konstruiert, die in ihrer Gesamtheit die Verflechtung von rassistischem Körperkult und Kunstvorstellungen und die Einbindung historischer und mythologischer Stoffe erkennen lässt. Propaganda durch Unterhaltung war die Devise. In den Studios wurden Spielfilme produziert, die erfolgreich Millionen zu erreichen und gleichzeitig die politischen Botschaften des Nationalsozialismus an die Frau, an den Mann und, vor allem, an die Jugend zu bringen hatten. Der nationalistische Blick auf die Geschichte, die Verherrlichung des Deutschtums und die Beschwörung eines großdeutschen Reiches paarten sich mit den Bildern rassistischer und antisemitischer Verhetzung, mit Militarismus und Durchhaltekitsch. Wichtig war vor allem der Rahmen, in dem ein Spielfilm gezeigt wurde, und dazu gehörten die Wochenschauen vor jedem Film, die die Rolle Deutschlands in der Welt illustrierten und den Film in ein neues kulturelles und nationales Selbstverständnis einbetteten. Die heutige Betrachtung der Spielfilme ohne diesen spezifischen Kontext kann hinsichtlich der propagandistischen Bedeutung des Kinos durchaus in die Irre führen. Daher wird in der Retrospektive im METRO vor jedem Spielfilm auch eine deutsche Wochenschau gezeigt. (Klaus Davidowicz, Frank Stern)

Antisemitismus im NS-Film ist eine Kooperation des Filmarchiv Austria mit dem Institut für Zeitgeschichte (Schwerpunkt Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte), dem Institut für Judaistik an der Universität Wien sowie der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (BM.I). Parallel zur Retrospektive findet bis Ende Jänner 2017 eine interdisziplinäre Vorlesung statt.

 
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