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Sonderveranstaltung: Václav Havel

BILDER EINES REALISTISCHEN TRÄUMERS –
VÁCLAV HAVEL

Eine Hommage. 19. und 20. Jänner 2017

 

Havel_Library__Ondřej_NěmecEr war die Schlüsselfigur im gewaltlosen Kampf gegen das kommunistische Regime. Philosoph, Lebemann, Präsident, Dissident und Literat. Letzteres wollte er stets sein, die politische Wirklichkeit erlaubte es ihm aber nicht immer.

Doch ein Träumer lebt seinen Traum, und so begann er bereits Ende der 1950er-Jahre, diesen in bewegende Realität umzusetzen. Als Bühnenarbeiter, Schauspieler, Dramaturg und Autor in Prager Theatern trotzte er dem System, fasste seine Überzeugung in Worte und seine Weltsicht in Theaterstücke: Das Gartenfest (1963), Das Memorandum (1965) oder Erschwerte Möglichkeit der Konzentration (1968) spiegeln in »absurder« Form, wofür Václav Havel brannte. Eine entflammte Überzeugung, die ihn später auch als Wortführer der Charta 77 zum Aufbegehren gegen das herrschende Regime führen sollte und für mehrere Jahre ins Gefängnis brachte. Und auch hier ließ ihn sein Traum nicht los. Trotz des öffentlichen Aufführungsverbotes seiner Werke setzte er seine kritische Arbeit fort und schrieb im Gefängnis seine Briefe an Olga und damit an eine sich nach Freiheit sehnende Gesellschaft.

»Die Wahrheit und die Liebe siegen über Lüge und Hass!«

Václav Havel, ein gefangener, vom Leben gezeichneter Poet, wurde als Stimme der Unterdrückten, als Vertreter des Občanské fórum (Bürgerforum) zum Präsidenten einer neuen Tschechoslowakei gewählt. »Havel in die Burg!«, riefen damals seine AnhängerInnen und UnterstützerInnen, bis am 5. Juli 1990 ein Dichter und Philosoph sie, das freie Volk der Tschechen und Slowaken, zu demokratischen Wahlen führte. Bis zuletzt kämpfte Václav Havel gegen Unterdrückung, für Freiheit, soziale Gerechtigkeit und eine vereinte europäische Wertegemeinschaft und ging als ein »großer Mann« und »unpolitischer Politiker« in die Geschichte ein. (Tomáš Mikeska)

In Kooperation mit:

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Foto: Václav Havel Library/Ondřej Němec

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