DEPOT LEGAL

KONTAKT

Dr. Nikolaus Wostry (Sammlungsleitung)
Mag. Anna Dobringer (Depot-Management Film)

Filme sind nicht nur Ausdruck vitaler Gegenwartskunst, sie sind auch unmittelbare Zeugnisse der audiovisuellen Kultur eines Landes. Neben der Förderung zählt daher auch die Erhaltung der gegenwärtigen Filmproduktion zu den wesentlichen Aufgaben der Filmarchive und Filmförderstellen. Dabei stehen zwei Zielsetzungen im Vordergrund: Einerseits die Aufbewahrung von Primärquellen bzw. Mastermaterialien sowie von Distributionsmaterialien in bestmöglicher Qualität zur Sicherung des wirtschaftlichen Kapitals der geförderten Filme, andererseits die Langzeitarchivierung dieser Materialien im Sinne der Erhaltung des filmkulturellen Erbes.

Zu diesem Zweck wird im Filmförderungsgesetz die verpflichtende Hinterlegung von Materialien der vom Österreichischen Filminstitut geförderten Filme im Filmarchiv Austria geregelt. Weiters wurde auf Initiative des Filmarchivs eine verpflichtende Hinterlegung von Filmproduktionen, die von den Österreichischen Bundesländern gefördert werden, vereinbart.

In Laxenburg steht zur Einlagerung der Belegstücke die modernste Filmlageranlage Österreichs für die Langzeitarchivierung analoger Filme zur Verfügung. Das auf Basis höchster internationaler Standards errichtete Sicherheitsfilmdepot verfügt über ideale Klimabedingungen und ermöglicht die Archivierung von historischen/analogen Filmen. In einer eigenen Tiefkühlzone können besonders wertvolle Originalnegative und sensible Farbmaterialien bestmöglich verwahrt werden. Damit besteht eine optimale Infrastruktur für die Sicherung und langfristige Erhaltung aller österreichischen Filme analoger Natur.

Auf Grund produktionstechnischer Veränderungen zeitgenössischer Filme müssen nun auch Archivierungsstrategien für die langfristige Erhaltung digitaler Produktionen entwickelt werden. Der technologische Wandel führte in relativ kurzer Zeit zur großflächigen Umstellung der gesamten technischen Infrastruktur auf Produktions- und auch Distributionsseite. Da seit einigen Jahren der überwiegende Teil der von der öffentlichen Hand geförderten Filme digital produziert und vertrieben wird, sieht sich das Filmarchiv Austria verpflichtet, eine professionelle Infrastruktur zur Langzeitarchivierung der digital hergestellten österreichischen Gegenwartsproduktion bereit zu stellen.

Eine besondere Herausforderung stellt die Schaffung von Voraussetzungen zur Langzeitarchivierung digitaler Produktionen dar. Digitale Daten sind ausgesprochen fragil und bedürfen permanenter Sicherungs- und Migrationsstrategien, um eine Datenverfügbarkeit auch in zukünftigen technischen Systemen garantierenzu können. Um eine diesbezügliche längerfristige Datensicherheit prognostizierbar zu machen, sind umfassende technische Maßnahmen und Infrastrukturen zu realisieren.

Mit der Erweiterung des Depot legal auf alle geförderten audiovisuellen Produktionen des Landes nach dem Vorbild der führenden europäischen Filmnationen strebt das Filmarchiv Austria gemeinsam mit den Filmförderstellen erstmals in Österreich die formale Gleichstellung des Mediums Film mit dem Buch an, das generell in Form eines Belegexemplars in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.