DOKUMENTATION

dokumentation

Die filmbegleitenden Dokumentationssammlungen des Filmarchiv Austria stellen eine wesentliche Ergänzung in der Überlieferung von Film- und Kinokultur dar und prägen auch den erweiterten Sammlungsbegriff des Hauses. Filme erschließen sich nicht nur in ihrer medieneigenen Materialität und Repräsentationsform, sondern werden erst in verschiedensten politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Kontexten verständlich. Verschiedene filmbezogene Quellenmaterialien wie Filmfotos, Plakate und Filmprogramme, Produktionsunterlagen oder auch Firmenarchive ermöglichen den »Blick hinter die Leinwand« und vertiefen Informationen und Hintergründe zu den einzelnen Filmen und Filmschaffenden.

Die Abteilung »Filmdokumentation/Forschung« bündelt die Sammlungs-, Katalogisierungs- und Forschungsaktivitäten des Filmarchiv Austria im Bereich der filmbezogenen Sammlungen. Eine wesentliche Aufgabe wird dabei nicht nur in Bezug auf die Sammlung historischer Materialien, sondern auch auf die Archivierung von Plakaten, Filmfotos und Programmen aller aktuellen, in österreichischen Kinos anlaufenden Filme wahrgenommen. Die zentrale öffentliche Schnittstelle für die Benutzung der Dokumentationssammlungen bildet das Studienzentrum am Standort Augarten.

BIBLIOTHEK & STUDIENZENTRUM

Die Bibliothek ist am Standort Augarten in das Studienzentrum des Filmarchiv Austria integriert. Die Bestände der Präsenzbibliothek umfassen etwa 16.000 Bücher und 300 Zeitschriften, darunter eine extensive Spezialsammlung zu frühen deutschsprachigen Filmzeitschriften in Mikroverfilmung.

Öffnungszeiten: Di 13:00-17:00, Do 9:00-13:00

KontaktMag. Silvia Breuss, Kristina Höch, MA

FILMOTHEK

In der Filmothek stehen ca. 25 000 Benützermedien für Ansichtszwecke zur Verfügung. Die Sammlung umfasst Titel aus der gesamten Filmgeschichte mit einem Schwerpunkt auf deutschsprachige Produktionen. Darüber hinaus werden relevante Spielfilme und Dokumentationen österreichischer und internationaler TV-Stationen aufgezeichnet und über die Filmothek verfügbar gemacht. Für Filmsichtungen steht ein Sichtungsplatz in der Bibliothek zur Verfügung, eine Entlehnung ist nicht möglich. Die Sichtung ist für Mitglieder des Filmarchiv Austria kostenlos.

KontaktMag. Silvia Breuss

FOTOSAMMLUNG

Das Filmarchiv Austria verfügt über die größte Filmfoto- bzw. Filmstill-Sammlung Österreichs.
Im Audiovisuellen Zentrum Augarten werden über zwei Millionen Fotografien verwahrt und katalogisiert. Der Bestand reicht von den Anfängen des Kinos bis zur Gegenwart und wird laufend mit Fotos und Stills aktueller, in Österreich anlaufender Filme ergänzt. Zudem übernimmt das Filmarchiv auch Fotos von Institutionen und Privatpersonen. Die Basis für das bedeutende Fotoarchiv ist der seit der Gründung des Filmarchivs stetig angewachsene Kernbestand.

Seit 2001 befindet sich das Filmdokumentationszentrum, die größte private Filmfotosammlung (Schwerpunkt Set-Fotos) Österreichs, im Filmarchiv. Die große Fotosammlung des Hauses wird als professionelles Bildarchiv geführt. Anfragen und Aufträge können in kürzester Zeit bedient werden. Recherchen vor Ort sind nach Vereinbarung möglich. Fotos werden entweder in Datenform über eine Internet-Standleitung übermittelt.

Kontakt 
Peter Spiegel (Leitung)
Aldijana Bećirović (Depot-Management)

PLAKATSAMMLUNG

Die Filmplakatsammlung umfasst ca. 15 500 Exponate aus einem Zeitraum von über 100 Jahren.
Der Schwerpunkt der Sammlung liegt bei österreichischen Filmplakaten, wobei die grafisch interessanten Plakatarbeiten aus bekannten Wiener Ateliers wie Pollak, Rudolf Vogl, Andreas Ziegler, dem Atelier Trio oder dem Atelier Muchsel-Fuchs besonders erwähnenswert sind. Hervorzuheben ist auch eine Sammlung großformatiger österreichischer Filmplakate aus den 20er- und 30er-Jahren sowie einige rare Plakate aus der Stummfilmzeit.

Die Plakatsammlung wird laufend mit historischen wie auch mit aktuellen Plakaten von in Österreich anlaufenden Filmen ergänzt. Filmplakate können im Plakatarchiv am Standort Audiovisuelles Zentrum Augarten eingesehen werden.

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Peter Spiegel (Leitung)
Aldijana Bećirović (Depot-Management)

KINOTECHNISCHE SAMMLUNG

Die umfangreiche Gerätesammlung des Filmarchivs dokumentiert nicht nur die Technikgeschichte des Kinos, sondern gibt auch Aufschluss über historische Produktions-, Präsentations- und somit auch Rezeptionsverhältnisse. Die international bedeutende Spezialsammlung früher Kinoprojektoren (aus dem Zeitraum 1896 bis 1918) zeigt das von Anbeginn hohe technische Niveau von Stummfilmvorführungen. Praktisch alle wesentlichen, in österreichischen Stummfilmkinos eingesetzten Filmprojektoren sind in der Sammlung vorhanden und größtenteils betriebsbereit. Interessante Exponate finden sich auch zur Geschichte der Filmkopierwerke (etwa eine Schrittkopiermaschine der Fa. Ernemann aus dem Jahr 1913) und der Kameratechnik. Die Sammlung umfasst Filmkameras ab der frühen Stummfilmzeit, aber auch jene Reportage-Kamera, mit der etwa die Staatsvertragsunterzeichnung aufgenommen wurde.

Die kinotechnische Sammlung wird zur Zeit nicht öffentlich ausgestellt. Spezielle Depotbesichtigungen können aber am Standort Laxenburg vereinbart werden.

Kontakt 
Dr. Nikolaus Wostry

FILMPROGRAMME

Österreich ist vermutlich das einzige Land der Welt, in dem eine bis heute andauernde, ungebrochene Tradition der Produktion von Film- und Kinoprogrammen besteht. Filmprogramme sind heute nicht nur reizvolle Zeugnisse vergangener Kinokultur, sondern auch wichtige Informationsquellen, etwa zu Filmen, die als verschollen gelten.

Durch das jahrzehntelange, besondere Engagement des Filmdokumentationszentrums auf diesem Gebiet ist es gelungen, im Filmarchiv Austria die vermutlich größte Filmprogrammsammlung weltweit aufzubauen. Zu den quantitativ wichtigsten Beständen zählen die Österreichischen Stummfilmprogrammserien (u.a.Kivur), der Berliner Filmkurier (1919–1944), der Illustrierte Filmkurier (Nachkriegstitel) und das heute noch herausgegebene Neue Filmprogramm.

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Peter Spiegel

NACHLÄSSE

Die Akquisition und Archivierung von filmspezifischen Nachlässen und Materialsammlungen österreichischer und internationaler Filmschaffender zählt zu den wichtigen Aufgaben des Filmarchiv Austria.
In den letzten Jahren konnten dieses Engagement sukzessive ausgebaut und die Bestände wesentlich erweitert werden. So hält das Filmarchiv Nachlass-Bestände zu den österreichischen Stummfilmdiven Lucie Doraine und Liane Haid, zu den Kameramännern Hans Theyer und Eduard Hoesch, zum Regisseur Gustav Machaty, zum Drehbuchautor und Regisseur Walter Reisch oder auch zu den Schaupielern Hans Moser und Oskar Werner. Die Nachlässe können im Audiovisuellen Zentrum Augarten nach Vereinbarung vor Ort eingesehen werden.

Kontakt 
Dr. Armin Loacker

SAMMLUNG LEUTNER

Der aus dem niederösterreichischen Horn stammende Rudolf Leutner (1914–1999) zählte zu den wichtigsten privaten Filmsammlern Österreichs. Seit seiner Jugend archivierte Leutner systematisch vor allem Filmfotos, daneben dokumentierte er akribisch Daten zu Personen und Filmen. Journalistisch für die Zeitschrift Mein Film tätig, wurde seine damals in Wien stationierte Sammlung 1945 Opfer eines Bombenangriffs. Leutner begann erneut mit dem Aufbau einer Filmsammlung, dabei knüpfte er auch nach dem Krieg persönliche Kontakte zu Filmschaffenden.

Als Synchronsprecher in den Rosenhügel-Studios und Ensemblemitglied im legendären Theater Die Insel (heute METRO Kinokulturhaus) avancierte er schließlich selbst zum gefragten Schauspieler.

Nach längeren Verhandlungen entschloss sich Rudolf Leutner 1997, seine bis dahin wieder eindrucksvoll gewachsene Sammlung dem Filmarchiv Austria zu übergeben. Leutner selbst betreute noch die Neuaufstellung seines Archivs im Audiovisuellen Zentrum Augarten.

Die Sammlung Leutner besteht aus ca. 250 000 Filmfotos (Star-Porträts, Set-Fotos, Autografen etc.), einer Filmbibliothek (ca. 5 000 Bücher, nationale und internationale Filmzeitschriften), Film- und Theaterprogrammen, Produktionsalben und einer Plakatsammlung.

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Dr. Armin Loacker

SAMMLUNG PYRKER

Als Reinhard Pyrker, u.a. langjähriger Leiter des Österreichischen Filmbüros und Veranstalter der Österreichischen Filmtage in Wels, 1997 unerwartet verstarb, hinterließ er das größte Dokumentationsarchiv zum neuen österreichischen Kino. In der eindrucksvollen Sammlung finden sich über 1 000 materialreiche Dossiers (mit biografischen und filmografischen Aufstellungen, Presserezensionen, Fotos, Programmen etc.) zu allen seit den 1960er-Jahren aktiven österreichischen Filmschaffenden, weiters Drehbücher, Plakate, die Videosammlung der Österreichischen Filmtage, eine umfangreiche Fachbibliothek sowie diverse Nachlässe.

Es zählt zu den wesentlichen Verdiensten Reinhard Pyrkers, mit dieser akribisch geführten Filmdokumentation die Grundlagen für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem österreichischen Kino der letzten 40 Jahre ermöglicht zu haben. Das Filmdokumentationsarchiv Pyrker deckt mit seinen Files die österreichische Filmgeschichte von ca. 1960 bis Mitte der 90er-Jahre ab. Die Dossiers können im Studienzentrum des Filmarchiv Austria eingesehen werden.

Kontakt 
Dr. Armin Loacker