SPIELFILME

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KONTAKT

Dr. Nikolaus Wostry (Sammlungsleitung)
Mag. Anna Dobringer (Depot-Management Film)
Susanne Rocca (Nutzungsanfragen)

Zu den wichtigsten Beständen des Filmarchivs zählt die umfangreiche Spielfilmsammlung mit Schwerpunkt österreichische Produktionen.
Das Bezugssystem für die Sammlung und Archivierung der Filme bildet die Österreichische Filmografie, ein im Haus ständig aktualisierter Datenkatalog, der u.a. auch alle je in Österreich hergestellten Spielfilme verzeichnet.

Die Überlieferungsrate österreichischer Spielfilme konnte in den letzten Jahren entscheidend verbessert werden, im Bereich des Stummfilms und des frühen Tonfilms wurde die Anzahl der verfügbaren Titel seit der Jahrtausendwende insgesamt mehr als verdoppelt.

ÖSTERREICHISCHE SPIELFILME DER STUMMFILMZEIT (1906–1930)

In der Sammlung des Filmarchiv Austria sind 200 von über 1 000 österreichischen Spielfilmen bis 1930 enthalten – ein international überdurchschnittlicher Wert.
Die ältesten erhaltenen österreichischen Spielfilme stammen von der auf erotische Sujets spezialisierten Wiener Produktionsfirma Saturn und datieren aus dem Jahr 1906.

ÖSTERREICHISCHE SPIELFILME DER TONFILMZEIT (1930–1938)

Für die Tonfilmzeit bis 1938 ist der Erhaltungsgrad noch erfreulicher, über 90 % der in diesem Zeitraum produzierten Spielfilme befinden sich dank intensiver Repatriierungen (Rückholung aus internationalen Filmarchiven) im Filmarchiv Austria.
Besonderes Augenmerk wurde hier auf die österreichische Emigrantenfilmproduktion der 1930er-Jahre gelegt. Dieses wichtige Kapitel der ab 1933 in Deutschland unerwünschten und nach Wien, Budapest und Prag emigrierten, meist jüdischen Filmschaffenden ist damit nahezu vollständig dokumentiert.

SPIELFILME DER NS-ZEIT (1938–1945)

Die Spielfilmeder während der NS-Diktatur gleichgeschalteten Wiener Filmproduktion sind nahezu lückenlos überliefert.
Offenbar mit Blick auf das »1000-jährige Reich« wurden Filme konsequent archiviert, sogar die Negative sowie historische Masterpositive blieben vollständig erhalten. Praktisch alle in Österreich hergestellten Zeugnisse der nationalsozialistischen Filmpolitik können im Filmarchiv Austria in einem wissenschaftlichen Kontext gesichtet und analysiert werden..

ÖSTERREICHISCHE SPIELFILME DER NACHKRIEGSZEIT (1945 BIS HEUTE)

Die Überlieferungsrate österreichischer Spielfilme der Nachkriegsjahre liegt bereits bei beachtlichen 85 % – hier sollen in den nächsten Jahren Schwerpunktrecherchen zu einer weiteren Verdichtung der Sammlung führen.
Seit 1981 (Einführung des Filmförderungsgesetzes) werden die vom Österreichischen Filminstitut geförderten Produktionen lückenlos in einer Belegkopie im Filmarchiv deponiert.
2004 hat das Filmarchiv darüber hinaus mit dem “Depot Legal” für Film ein Initiativprojekt zur österreichweiten Sicherung aller auch von den österreichischen Bundesländern geförderten Produktionen gestartet.