PROGRAMM 06 - KINO UND KRIEG II

Bild Die Geschichte der österreichischen filmischen Kriegsberichterstattung im Ersten Weltkrieg lässt sich in zwei größere Abschnitte unterteilen: bis etwa 1916, als vor allem die Präsentation von Technik von Bedeutung war, und die letzten Kriegsjahre, in denen sich eine stärkere Einbindung narrativer Elemente in der filmischen Propaganda bemerkbar macht. Schon vor dem Ersten Weltkrieg erreichten die österreichischen Filmfirmen ihr Publikum auch mit dokumentarischen Streifen. Die Kriegswochenschauen der ersten Jahre des Konflikts waren noch nach den Richtlinien und Ansätzen der zivilen dokumentarischen Berichterstattung konzipiert und erfuhren nach und nach eine Veränderung. Das Programm bietet einen Querschnitt durch das filmische Propagandaangebot nach 1916: Von der einleitenden Reflexion der Aufnahmebedingungen geht es hin zur Schlacht um Görz, wo die Zwischentitel den Blick des Publikums einrichten sollen. Setzen die Beiträge zu den Kriegsadlern und dem blutigen Stellungskrieg eher auf die vielfach beworbene Luftwaffe und die Vermittlung eines trügerischen militärischen Überblicks, aus dem sich die Planbarkeit und Sinnhaftigkeit militärischer Gefechte ableiten lassen soll, möchte der Film über das Kriegsgefangenenlager die wirtschaftlichen Vorteile solcher Einrichtungen und die humanitäre Haltung der Österreicher betonen. Auch der Film über Karl I. setzt auf das Herausstreichen von Menschlichkeit: Der sich sorgende Kaiser soll dabei als frommer, pflichtbewusster und telegener erster Soldat des Reiches inszeniert werden. (Thomas Ballhausen)

Live-Impro Set: Juergen Berlakovich (Gitarre, Elektronik), Ulrich Troyer (Elektronik, Analoge Effekte, Sampler)

Juergen Berlakovich (Gitarre, Sprache, Elektronik) ist Gründer von Takamovsky, Koinitiator des Literatur- und Musikperformanceprojektes Sergej Mohntau, Mitglied des Gemüseorchesters. Unterrichtet akustische Poesie an der sfd – schule für dichtung.

Ulrich Troyer arbeitet als Musiker und Künstler in Wien, Mitglied des Gemüseorchesters seit 2005, Releases als Solokünstler, Komposition von Tanz- und Filmmusik; Soundinstallationen und Performances.
DO 29.10., 21:00
[EIN K.U.K. FELDKINO-ZUG WÄHREND DES ERSTEN WELTKRIEGES]
A 1917
PRODUKTION: Österreichisch-ungarische Sascha-Messter Film Ges.m.b.H.
FORMAT: 35 mm, viragiert
SPRACHE: stumm
LÄNGE: 40 Meter
LAUFZEIT: 1,8 Minuten (20 Bilder/Sekunde)
DAS ZERSTÖRTE GÖRZ. EIN OPFER DER OHNMÄCHTIGEN WUT ITALIENS A 1916
PRODUKTION: Sascha Filmfabrik A. Kolowrat (Wien)
FORMAT: 35 mm, viragiert
SPRACHE: stumm, dt. Zwischentitel
LÄNGE: 265 Meter
LAUFZEIT: 11,6 Minuten (20 Bilder/Sekunde)
[BEI DEN TIROLER KRIEGSADLERN IN WINTER] A 1917/18
PRODUKTION: Sascha Filmfabrik A. Kolowrat (Wien)
FORMAT: 35 mm, viragiert
SPRACHE: stumm, dt. Zwischentitel
LÄNGE: 131 Meter
LAUFZEIT: 5,7 Minuten (20 Bilder/Sekunde)
KRIEGSGEFANGENENLAGER UND BETRIEBE DER BAULEITUNG FELDBACH
A 1916
KAMERA: Raimund Cerny
AUFNAHMELEITUNG: Ing. Felix Schmidt
HERSTELLUNG: [Sascha Filmfabrik A. Kolowrat (Wien)]
FORMAT: 35 mm, viragiert
SPRACHE: stumm, dt. Zwischentitel
LÄNGE: 631 Meter
LAUFZEIT: 27,7 Minuten (20 Bilder/Sekunde)
UNSER KAISER (AUS DEM LEBEN UNSERES KAISERS) A 1917
PRODUKTION: Sascha Filmfabrik A. Kolowrat (Wien)
FORMAT: 35 mm, viragiert
SPRACHE: stumm, dt. Zwischentitel
LÄNGE: 151 Meter
LAUFZEIT: 6,6 Minuten (20 Bilder/Sekunde)
DER STELLUNGSKRIEG (DER STELLUNGSKRIEG IN DEN ALPEN, BILDER VON DER KAISERJÄGERDIVISION) A 1917
PRODUKTION: Sascha Filmfabrik A. Kolowrat (Wien)
FORMAT: 35 mm, viragiert
SPRACHE: stumm, dt. Zwischentitel
LÄNGE: 581 Meter
LAUFZEIT: 25,5 Minuten (20 Bilder/Sekunde)

GESAMTLÄNGE: 79 Minuten

Tickets für das Sonderprogramm zur V'09 werden ab 17.10.09 bei den Viennale Vorverkaufsstellen erhältlich sein.


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