ANIMATIONSFILM 04 KÄPT’N MUSIK

Bild »Musik und filmische Animationsverfahren stehen seit jeher in einem innigen Verhältnis zueinander.« (Christian Höller) Das Programm »Käpt’n Musik« versammelt Filmbeispiele deren Tonspur unterschiedlicher nicht sein könnte. Hans Albalas kurze Werbefilme für Philips und HUMANIC VARESE (1959) sind Vorboten eines unabhängigen, experimentellen Animationsfilms und erinnern an die avantgardistische Tradition der »visual music«. Der Film BUNT von Thomas Renoldner ist »eine versierte Hommage an die Meister der abstrakten Animation, Fischinger, Smith und McLaren.« (Christian Höller). Er benutzt handgefertigte Aquarelle. PIQUE-NIQUE von Martin Anibas greift gleichfalls Aspekte des hand-painted films des US-amerikanischen West-Coast-Experimentalfilms auf. SONATA PER GUITARRA ELECTRICA des Musikers und Videokünstlers Muki Pakesch bebildert eine Komposition für eine präparierte E-Gitarre, ein klassisches Musikstück bildet den Ausgangspunkt von DAS SEIN UND DAS NICHTS von Bady Minck, der Komponist und Dirigent Beat Furrer bearbeitet eine Schumann-Partitur, die dann vom Klangforum Wien interpretiert wird. Eine Fahrt durch ein All aus Knödeln und die Begegnung mit einem einäugigen, hungrigen Monster erlebt der waghalsige Pilot im Folientrickfilm KÄPT’N KNÖDL IM DRECK von Georg Dienz, begleitet von einem rasanten, melodiösen Musikstück aus akustischen Instrumenten. Elektronische Klänge bilden die Tonspur in Brigitta Bödenauers DON’T TOUCH ME WHEN I START TO FEEL SAFE zu einer digital manipulierten Bildebene zwischen Abstraktion und menschlichen Körperformen. Siegfried A. Fruhauf verfremdet die Videosequenz einer Bewegung seines Kopfes malerisch auf den ausgedruckten Einzelbildern und formt zum rhythmisch sich verdichtenden Song »bled« des Musikerduos Attwenger eine sogartige, meditative Einheit. Der minimal animierte Film HOLD US DOWN, von Susi Jirkuff ist ein Musikclip zum Reggae-Remix-Song von Rae & Christian feat. The Congos. Michaela Schwentners THE_FUTURE_OF_HUMAN_CONTAINMENT, dem Medienphilosophen Vilém Flusser gewidmet, zerlegt auf der Bild- und Tonebene experimentierfreudig Texte und setzt sie neu zusammen. Thomas Steiners Film ZÓCALO »setzt als energetisches Pulsieren flüchtiger Bilder und eines repetitiv treibenden Musikstroms ein, der an Steve Reich erinnert.« (Thomas Korschil). In der experimentellen Bildcollage I’M A STAR! begegnen sich der Comicstrip »frankieboy« von Stefan Stratil und Peter Friedrich und die Musik von Louie Austen. Eine kleine Sensation zuletzt ist der Film CARMEN. Der verschollen geglaubte frühe Ton- und Farb-Trickfilm von Bruno Wozak aus dem Jahr 1937 ist eine boshaft fröhliche Parodie der Oper von Georges Bizet. (Sabine Groschup)
DI 19.1., 18:30 | FR 29.1.,
21:00


LÄNGE: 74 Minuten

PHILIPS »LICHTSPIELE« (Hans Albala), 1963, 35 mm, 0’20 min, Ton
PHILIPS »PRODUKTE« (Hans Albala), 1963, 35 mm, 0’30 min, Ton
HUMANIC VARESE (Hans Albala), 1959, 35 mm, 1’40 min, Ton
BUNT (Thomas Renoldner), 1991, 16 mm, 5 min, Farbe, Ton
PIQUE-NIQUE (Martin Anibas), 2002, 35 mm, 5 min, Ton
SONATA PER GUITARRA ELECTRICA (Muki Pakesch), 1988, Beta-SP, 6 min, Ton
DAS SEIN UND DAS NICHTS (Bady Minck), 2008, 35 mm, 10 min, Farbe, Ton
KÄPT’N KNÖDL IM DRECK (Georg Dienz, Pepi Öttl, Thomas Renoldner, Nana Swiczinsky), 1993, 35 mm, 2’40 min, Ton
DON’T TOUCH ME WHEN I START TO FEEL SAFE (Brigitta Bödenauer), 2003, Beta-SP, 5 min, Ton
BLED (Siegfried A. Fruhauf), 2007, Beta-SP, 3 min, Ton
HOLD US DOWN (Susi Jirkuff), 2005, Beta-SP, 5’20 min, Ton
THE FUTURE OF HUMAN CONTAINMENT (Michaela Schwentner), 2001, Beta-SP, 5 min, Ton
ZÓCALO (Thomas Steiner), 1997, 16 mm, 6 min, Ton
I’M A STAR (Stefan Stratil), 2002, 35 mm, 6 min, Farbe, Ton
CARMEN (Bruno Wozak), 1937, 35 mm, 10 min, Ton


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