Filmarchiv Austria – Sommerkino 2006: Brennpunkt Orient

Kino zwischen den Kulturen

27. Juli bis 20. August 2006, Kinozelt + Open Air Filmarchiv-Garten

28. Juli bis 24. September 2006, Metro Kino

Das nun schon traditionelle Sommerkino des Filmarchiv Austria im Augarten findet 2006 bereits zum neunten Mal statt. Mit seinem klaren programmatischen Anspruch und den jährlichen großen Themenschwerpunkten ist es gelungen, diese Veranstaltung als cineastischen Fixpunkt des Wiener Kultursommers zu positionieren.

Dieses Jahr steht eine der großen Mythenlandschaften der abendländischen Kultur, aber auch ein brisantes Spannungsfeld globaler gesellschaftspolitischer Konflikte im Fokus: Der Orient. Das Kino fand hier seit jeher eine vielschichtige Projektionsfläche – illustrierte die bis heute anhaltende Orient-Faszination ebenso, wie die Bruchlinien zwischen östlichen und westlichen Lebenswelten.

Brennpunkt Orient

Die Filmschau »Brennpunkt Orient« versucht in rund 120 Beispielen eine Annäherung an ein Thema, das bewegt: von Marokko bis Afghanistan, von den 1920er-Jahren bis heute, von exotischen Phantasien und süßlichen Klischees bis hin zum unangenehm aktuellen Aufeinanderprall der Kulturen, mit dem sich viele dieser Filme beschäftigen – von Detlev Bucks KNALLHART bis Fatih Akins GEGEN DIE WAND, von Hark Bohms YASEMIN aus dem Jahr 1988 (schon damals waren die Probleme genauso virulent wie heute) bis hin zu Ken Loachs JUST A KISS.

Specials:

Es gibt Bilder zu sehen, die sich europäische Filmemacher und Filmemacherinnen am Schauplatz selbst gemacht haben – wie Kim Longinottos DIVORCE IRANIAN STYLE oder Ruth Beckermanns EIN FLÜCHTIGER ZUG NACH DEM ORIENT –,
es gibt einen Schwerpunkt zum iranischen und einen zum türkischen Filmschaffen mit zahlreichen österreichischen Erstaufführungen, eine Hommage an den großen ägyptischen Regisseur Youssef Chahine, einen profilierten »Wanderer« zwischen den Kulturen. Ein anderer Schwerpunkt ist den filmischen Arbeiten von Frauen gewidmet, die sich in den letzten Jahren im Orient sehr deutlich bemerkbar machen, und eine Übersicht über Filme aus und zu »Brandzonen« im Nahen Osten. Ein weiteres Special beschäftigt sich mit der kinematografischen Welt des Maghreb, also des nordafrikanischen Raums, in dem die koloniale Vergangenheit, die zum Teil archaischen Traditionen und die Anforderungen einer modernen Gesellschaftsordnung besonders heftig aufeinander prallen.

So entsteht ein Bild, das nicht vollständig sein kann, aber möglicherweise hilft, das eigene Denken in Gang zu bringen. »Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann«, sagte Picabia.

Als Kuratoren des umfangreichen Programmes fungieren Helmut Pflügl, Daniela Sannwald und Andreas Unterböck.

Für kulinarische Genüsse im Augarten sorgen auch heuer wieder Gastronomiebetriebe mit internationaler Küche.

Zur Programmübersicht 


Die List der Frauen, Marokko/Schweiz/Tunesien/Frankreich 1999

Warten auf die Wolken, Frankreich/Deutschland/Türkei/Griechenland/Japan/USA 2003

Roter Satin, Tunesien/Frankreich 2002

Aktuelles Programm

Brennpunkt Orient




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