Filmarchiv Austria übernimmt Sammlung KoizarDer Journalist, Autor, Filmhistoriker und Archivar Karl Hans Koizar (3.11. 1922 Wien – 13.11. 2005 Wien) galt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der heimischen Filmbranche. Schon als Kind begleitete er seinen Vater, der Filmdekorationen und Kinoausstattungen herstellte, in Filmateliers und Kinos der Zwanziger- und Dreißigerjahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Koizar als Filmjournalist für Mein Film und Funk und Film, bei der Zeitschrift Blende auf war er Chefredakteur. Daneben war er als Pressechef für Filmfirmen wie die Gloria, Favorit, Jupiter, MGM, Paramount oder Universal tätig. Unter verschiedenen Pseudonymen verfasste Koizar Romane, zum österreichischen Underground-Klassiker SCHAMLOS schrieb er das Drehbuch. Legendär waren die Vorträge des passionierten Filmhistorikers, vor allem wenn er – bevorzugt in Volkshochschulen - seine umfangreichen Spezialkenntnisse zur Frühgeschichte des österreichischen Kinos vermittelte. Für das Wiener Bellaria Kino gestaltete Koizar historische Programme und vermittelte Stars. Noch in der Stummfilmzeit begann Koizar mit dem Aufbau einer kinematografischen Spezialitäten-Kollektion. Sein besonderes Interesse galt dem stummen Kino und filmischen Raritäten. Zuletzt umfasste die „Koizarische private kinematographische Sammlung“ über 4000 Filmtitel, die in Form von 16mm-Kopien sowie in einem bedeutenden Bestand von 9,5mm-Kopien überliefert sind. Dem Filmarchiv Austria ist es nun gelungen, diese wahrscheinlich größte private Filmsammlung Österreichs geschlossen zu übernehmen und somit in die Zukunft zu tradieren. Die Neuaufstellung im Zentralfilmarchiv Laxenburg wird bis Ende September abgeschlossen sein.
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