Geschichte 1886 - 1932

1886

Abbruch des mittlerweile leer stehenden und baufälligen St.Anna- Gebäudekomplexes Johannesgasse 4, 4a, 4b sowie Annagasse 3, 3a, 3b

1892

Der Wiener Kaufmännische Verein erwirbt das Grundstück Johannesgasse 4 und beauftragt die Architekten Christian Ulrich und Rudolf Dick mit einem Neubau. Im Erdgeschoß entsteht ein großer Saal für Vereinsversammlungen, der aber auch für Bälle oder Theateraufführungen zur Verfügung stand. Damit waren die Räumlichkeiten des heutigen Metro Kinos im Wesentlichen hergestellt. Der zweigeschossige Keller beherbergte oben Versammlungsräume, eine Kegelbahn und eine Gasthausküche samt Nebenräumen, darunter die Heizungs- und Lüftungstechnik.

1893

Am 29. Mai 1893 erfolgt die feierliche Eröffnung des Neubaus durch Kaiser Franz Josef und Erzherzog Carl Ludwig.

1924

Im Saal des Vereinshauses wird ein Theater eingerichtet. Am 29. Jänner 1924 eröffnet das Moderne Theater unter Direktor Robert Blum mit dem Stück "Das Weib ist bitter" von Marco Brociner. Der Umbau des Vereinssaales im Erdgeschoß zum Theatersaal mit einem Fassungsraum von 484 Personen kostete über 7 Millionen Gulden. Die Innengestaltung wurde von Architekt Percy A. Faber entworfen, der dafür von Publikum und Presse gelobt wurde. Die warmen Farbtöne, das dominierende Braun der Holzverkleidung und der Stühle, das satte Rot der Teppiche und der Polsterung ließ die Neue Freie Presse am 31. Jänner 1924 vom "Charakter eines privaten Salons" schwärmen: "Der Raum verpflichtet, er ist für Kammerkunst geschaffen. Es wäre der schönste Raum für dramatische Subtilitäten." Das unvergleichliche, bis heute erhaltene Ambiente des Saals in der Johannesgasse war damit etabliert. Nach nur einer Spielzeit endet die Direktion Blum im Modernen Theater, Siegfried Geyer, der auch die Neue Wiener Bühne und die Kammerspiele führt, wird Oberspielleiter für eine Saison.

1925

Ludwig Körner, zuvor Leiter des Theaters in der Josefstadt, übernimmt die Bühne und erhält dafür eine Konzession als "Singspielhalle". Die von der Behörde eingeforderte eiserne Kurtine im Theater kann Körner aus finanziellen Gründen nicht herstellen und muss deshalb nach der Saison 1926/27 die Leitung der Bühne aufgeben.

1927

Nächster Direktor wird der aus Deutschland stammende Rolf Jahn, der dort bereits an mehreren Häusern als Regisseur und Schauspieler tätig, in Wien aber unbekannt war. Jahn lässt den Namen des Theaters auf Die Komödie ändern. Er erhält die Konzession mit der Bedingung, den eisernen Vorhang endlich zu errichten. Die Bewilligung erlaubt die Aufführung von Singspielen, Sprechstücken sowie von Tanznummern, jedoch nicht die Vorführung artistischer und Schaunummern. Als stellvertretenden Direktor schlägt Jahn Otto Ludwig Preminger vor, der diese Position von 3. Jänner 1928 bis Sommer 1929 einnimmt. Zuvor war Preminger bereits als Assistent Max Reinhardts am Theater in der Josefstadt engagiert, nach seiner Zeit an der Komödie übernimmt er die Leitung der Josefstadt bis 1933. 1935 geht Preminger nach Hollywood, wird Assistent bei Ernst Lubitsch und macht als Schauspieler, später aber vor allem aber als Filmregisseur internationale Karriere.

1929

Aufgrund der schlechten finanziellen Lage der Komödie sucht Jahn nach weiteren Einnahmequellen und bittet das Magistrat um die Erlaubnis, Lichtreklamen – wie im Kino – zeigen zu dürfen. Im Oktober 1929 erhält er die „Konzession für die öffentliche Vorführung von Stehbildern mittels Skioptikons oder sonstiger Apparate“, dabei wird ausdrücklich festgehalten, dass "in der Bildwerferkammer keine Laufbilder (Filme) verwendet werden" dürfen.

1932

Hans Demetz, aus Prag stammend und zuvor Direktor der Vereinigten Deutschen Bühnen in Brünn, wird als Subpächter Direktor der Komödie. Rolf Jahn übernimmt unterdessen die Leitung des Deutschen Volkstheaters und des Raimund-Theaters. Demetz kommt schon bald in finanzielle Schwierigkeiten und muss das Theater zeitweise geschlossen halten. Damit sind weder die Eigentümer des Hauses noch der eigentliche Pächter Jahn zufrieden und mit einer zwangsweisen Räumung endet die "Ära" Demetz noch im Jahr seines Antritts. Das Theater bleibt bis August 1933 geschlossen.



St. Anna-Gebäude, um 1886 Modernes Theater, 1893

Modernes Theater, 1923

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