OSTMARK WOCHENSCHAU



Die OSTMARK WOCHENSCHAU ist eine der wesentlichen, bisher aber nahezu unbekannten Bildquellen zur Zeitgeschichte Österreichs. Nach dem Einmarsch der Hitler-Truppen wurde mit den praktisch unveränderten Produktionsstrukturen der ständestaatlichen Wochenschau ÖSTERREICH IN BILD UND TON neben der DEUTSCHEN WOCHENSCHAU eine „lokale“ NS-konforme Wochenschau hergestellt. Diese Filmberichte waren selbst Spezialisten nicht geläufig und standen de facto unter Verschluss.

Die Beiträge der OSTMARK-WOCHENSCHAU enthalten teilweise spektakuläres Bildmaterial aus der Zeit während und nach dem so genannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938. Explizite Aufnahmen streichen die Begeisterung der Bevölkerung über den Einmarsch deutscher Truppen heraus. Ein Vergleich mit den bekannten Filmdokumenten etwa der DEUTSCHEN WOCHENSCHAU zeigt, dass die OSTMARK-WOCHENSCHAU mit eigenen Kamerateams gedreht hat und hierzu im ganzen Land unterwegs war. Schwerpunkte der Berichterstattung lagen bei der Schilderung der österreichischen Wurzeln des Nationalsozialismus - immer wieder werden österreichische Nationalsozialisten der ersten Stunde gewürdigt – und bei der Betonung des „genuinen Deutschtums“ der Österreicher.

Dem Filmarchiv Austria ist es nun gelungen, den im Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin/Koblenz erhaltenen Bestand von 51 OSTMARK-WOCHENSCHAUEN zu übernehmen. Damit ist das Fundament für ein umfassendes Forschungs- und Restaurierungsprojekt geschaffen. In einer ersten Phase erfolgt die tief greifende Materialsichtung und Dokumentation. Das Umkopierungsprogramm startete 2005 und soll bis Ende 2007 abgeschlossen sein. Parallel dazu wird eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas vorbereitet, eine Publikation der Forschungsergebnisse soll im verlag filmarchiv austria im Frühjahr 2008 erscheinen. Die Projektleitung hat der Historiker und Filmarchiv-Mitarbeiter Hrvoje Miloslavic übernommen.

Bibliografische Angabe: Hrvoje Miloslavic, „Die OSTMARK-WOCHENSCHAU“, in: 23filmarchiv, 04/2005,
S. 90-91.



A/D 1938
PRODUKTION: Ostmark-Wochenschau
LÄNGE: mindestens 51 Folgen, jeweils ca. 10 Minuten
FORMAT: 35mm, Normalbild, s/w mit Lichtton
RESTAURIERUNG (Start): Filmarchiv Austria 2005
ERSTAUFFÜHRUNG restaurierter Fassungen: 27.4.2005, Metro Kino im Rahmen des Präsentationsabends „Faszination Filmarchivierung – Die OSTMARK-WOCHENSCHAU“

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