Programm 6: THE SHOW MUST GO ON

»Wenn vom animierten Film, vom gezeichneten Film, dem Zeichentrickfilm und der Animation die Rede ist, dann vor allem in Ermangelung des einen treffenden Begriffs, der die Sache umfassend bezeichnet.« (Friedrich Tietjen) Und so ist es auch kein Wunder, dass jeder Film sich nicht nur in der Aussage, sondern auch in der Umsetzung hundertprozentig vom anderen unterscheidet. Selbst wenn es sich um eine Technik handelt, sind die Möglichkeiten, diese umzusetzen, unendlich.
Fotografien aus Zeitungsausschnitten bilden die Basis zu EVENING STAR von Daniel Suljic, in dem Schifahrer großartig in Rhythmus und Bewegung beseelt werden, und klassische Politikergesten als austauschbare Hülsen entlarvt werden. In einer Aneinanderreihung von digitalen Fotos kombiniert Maya Yonesho in WIENER WUAST / VIENNA MIX Wiens Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten mit daran angelehnten malerischen Miniaturen auf kleinen Kärtchen. Das Video DIANTHUS von Karoe Goldt ist Teil einer Serie, in der sie Fotografien von Pflanzen digital verfremdet und animiert. BETT von Susi Praglowski kombiniert Legetrick und Folienanimation. DIE LEIBERL DER BARBARA WILDING von Barbara Wilding und Eva Hausberger verwendet die klassische Technik der Rotoskopie (Nachzeichnen von Realfilm). In BETT und DIE LEIBERL DER BARBARA WILDING durchbrechen abwechslungsreiche Pointen die sich wiederholenden Geschehnisse, während der schwarzweiße Zeichentrickfilm BOMB! von Thomas Aigelsreiter konsequent einer linearen Erzählform mit Schlusspointe folgt. Die Festplatte als digitales Speichermedium (wie bei den meisten Animationen nach 2000) sowie die Figuren aus Keramik sind die Basis der hervorragenden Animation A STAR, von Gideon Koval. Die ebenfalls narrative, fröhlich unterhaltsame Geschichte über die Mühen eines Künstlers in DAS GEHEIMNIS DER GRAUEN ZELLEN kreierte Stefan Stratil als Objektanimation analog vor der Kamera. TV-MONTEZUMA von Peter Putz kombiniert die unterschiedlichsten analogen Tricktechniken in einem räumlichen Arrangement. DIE JAGD von Josef Nermuth und Paul Braunsteiner, bei dem ein Jäger in eine fegefeuerartige Situation gerät, ist mittels Pixilation und akribisch geplanter Objektanimation umgesetzt. Eine Welt der magisch belebten Alltagsgegenstände erleben wir IM GEHÄUSE von Wolfgang Georgsdorf. Eine surreale Welt aus menschlichen Körperteilen ist die legetrickartige computeranimierte Collage HERR BAR von Clemens Kogler. Zu Originaldialogen aus dem Fernsehen hat Veronika Schubert ihren entlarvenden Film TELE-DIALOG mit gestrickten Einzelbildern hergestellt. (Thomas Renoldner)

 

SO 22.3., 13:30 | KIZ KINO IM AUGARTEN, GRAZ 

Evening star (Daniel Suljic), 1993, 16 mm, 4’10 min, Ton

Wiener Wuast / Vienna Mix (Maya Yonesho), 2006, 4’50 min, Farbe, Ton

dianthus (Karoe Goldt), 2008, 5 min, Ton

Bett (Susi PraglowskiI), 1985, 16 mm, 2 min, Ton

Die Leiberl der Barbara Wilding (Eva Hausberger, Barbara Wilding), 2004, Beta-SP, 1 min, Ton

Bomb! (Thomas Aigelsreiter) 2002, Beta-SP, 4 min, Ton A

Star (Gideon Koval), 2002, Beta-SP, 11 min, Ton

Das Geheimnis der grauen Zellen (Stefan Stratil), 1986, 16 mm, 10 min, Ton

TV-Montezuma (Peter PutzI), 1988, 16 mm, 3’10 min, Ton

Die Jagd (Josef Nermuth, Paul Braunsteiner), 1991, 35 mm, 4 min, Ton

Im Gehäuse (Wolfgang Georgsdorf), 1981, Beta-SP, 7 min, Farbe, Ton

Herr Bar (Clemens Kogler), 2007, 3 min, Ton

Tele-Dialog (Veronika Schubert), 2005, Beta-SP, 5’10 min, Ton



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