Lade Veranstaltungen

23.11.2015, 21:00 |

Festival

30 JAHRE ASIFA AUSTRIA – Austrian Animated Experiments

Die Gründung der ASIFA AUSTRIA, als österreichische Sektion der internationalen Animationsfilmorganisation erfolgte 1985 im Umfeld des bis heute bestehenden Studios für experimentellen Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien. Der neue Zugang zu avantgardistischen filmischen Methoden zwischen Kunst und Animation erregte rasch internationales Aufsehen.

PROGRAMM 1: HISTORICAL TREASURES (Gesamtdauer 70 min)

MEIN FENSTER
Zbigniew Rybczycski, A 1979
»Ich kenne keinen Künstler der Gegenwart, […] der über eine so unvergleichliche technische Virtuosität und Bravura verfügt.« (Peter Weibel)

LIEBE
Sabine Groschup, A 1988
»LIEBE von Sabine Groschup beschreibt den Zustand des Verliebtseins, des wohligen Tagtraums.« (Mara Mattuschka)

TV MONTEZUMA
Peter Putz, A 1987
»TV MONTEZUMA von Peter Putz verflicht im Ambiente eines Künstlerateliers unterschiedliche Gestaltungsstränge, wobei ›Kunst und Leben‹ buchstäblich ineinandergreifen, wenn neben großflächiger und raumgreifender Malerei ein TV-Monitor sein Programm abspielt und zwischendurch eine Katze zwischen den vielfältigen Elementen ihren Auftritt hat.« (Thomas Renoldner)

FESTIVAL
Hubert Sielecki, A 1985
»In FESTIVAL karikiert Sielecki auf treffende Weise und mit schwarzem Humor die immer wiederkehrenden Rituale, Gespräche und Stimmungen bei internationalen Animationsfestivals.« (Franziska Bruckner)

PARASYMPATHICA
Mara Mattuschka, A 1986
»Der Sympathicus und Parasympathicus sind Teile des Nervensystems, die für die Ruhe- und Aktivphasen zuständig sind. Ohne einander können sie nicht sein, sonst käme es zu einer unglaublichen Erschöpfung.« (Mara Mattuschka)

DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN
Bady Minck / Stefan Stratil, A 1988
Eine Hochgeschwindigkeitsfahrt durch das Rückenmark von Adolf Loos. »Zahlreiche Filmemacher haben die Stadt filmisch dargestellt, aber nur wenige haben mit dem architek- tonischen Material an sich gearbeitet. Aus dieser Sicht ist der Fall der Wiener Filmregisseure Bady Minck und Stefan Stratil ziemlich beispielhaft.« (Jean-Michel Bouhours)

DUOCITY
Ulf Staeger, A 1994
Eine urbane Simultanreise durch Wien und Berlin. In einer wilden Bilder-Collage von gezeichneten, gemalten und realen Szenen verdeutlicht Ulf Staeger sowohl die Gemein- samkeiten als auch die Unterschiede der beiden Städte in der visuellen Wahrnehmung.

RAUMFAHRT
Renate Kordon, A 1989
»Die Filmmacherin als Raumfahrerin, als Kosmonautin, deren Kamera wie auf einer Umlauf- bahn durch den Ort des All-Tags gleitet, um dessen Koordinaten abzutasten.« (Bady Minck)

SIRAP MEDUSO
Martin Kaltner, A 1990/91
Gemalt, gezeichnet, gelegt: Surrealistische Art-Brut-Collage, inspiriert von einem Paris- Aufenthalt.

CLUB
James Clay, A 1986
Eine Parodie auf den legendären CLUB 2. Einige der emotionalsten Momente der beliebten ORF-Sendung werden in bewusst sinnleerer Abfolge zu einer Dialog-Collage verfremdet.

WIEDER HOLUNG
Nana Swiczinsky, A 1997
»WIEDER HOLUNG lässt sich als eine auswuchernde Serie von Differenzierungen und Verkeh- rungen beschreiben. Deren Grundlage ist einfach und in ihrer Konsequenz zugleich umfas- send: Alles ist gezeichnet, alles ist animiert, alles ist schwarz oder weiß. « (Isabella Reicher)

IN THE WAKE
Alexander Curtis, A 1992
Der erste Satz aus Finnegans Wake, James Joyces kunstvoll-mysteriöse und als kaum übersetzbar geltende Sprachmischkulanz, wird mit anonymen Stücken aus Amateurfilm- Material verschmolzen.

EDGE
Martin Anibas, A 1991
»Martin Anibas steht mit seiner Malerei in der Tradition der Visual music. Seine kurzen und intensiv verdichteten ›bewegten Malereien‹ pendeln zwischen expressiver Abstraktion und figurativen Andeutungen.« (Thomas Renoldner)

EVENING STAR
Daniel Šuljic, A 1993
»EVENING STAR von Daniel Šuljic ́ arbeitet mit Skifahrerinnen, Politikern oder Models, den Stars der Zeitungen, die in immer ähnlichen Posen, Gesten und Positionen abgebildet und dadurch austauschbar werden.« (Franziska Bruckner)

DIE JAGD
Josef Nermuth / Paul Braunsteiner, A 1992
Korrumpiert von seinem Hunger nach Macht bricht der Jäger alle Schranken und wird selbst zum wehrlosen Opfer.

ART EDUCATION
Maria Lassnig, A 1976
In ART EDUCATION re-kodiert Maria Lassnig die männlich dominierte Kunstgeschichte und interpretiert humorvoll berühmte Werke um.

GESAMTSPIELZEIT: 70 min

PROGRAMM 2: CONTEMPORARY HIGHLIGHTS (Gesamtdauer 69 min)

TINAMV 1
Adnan Popovic, A 2011
Animation. Perfektion. In Zeiten von digitalem Überschwang weiß Adnan Popovic ́ mit einer punktgenauen Choreografie großteils analoger Animationstechniken zu überzeugen. Ein weißer Gang dient dabei als Setting des Musikvideos für das Wiener Elektronikerduo Kilo.

STUCK IN A GROOVE
Clemens Kogler, A 2010
STUCK IN A GROOVE ist der erste Film, der mit Phonovideo-Technik hergestellt wurde, eine Technik, die auch für Live visuals verwendet wird. Mithilfe eines Videomischers, bedruckter 12-Zoll-Kartonscheiben und der Rotation zweier Plattenspieler kreiert Kogler animierte Bilder der oben Genannten – live und in Handarbeit.

KLANGGÄRTEN
Iby-Jolande Varga, A 2014
KLANGGÄRTEN ist die lineare Fassung eines interaktiven Animationsfilms von Iby-Jolande Varga, der auf dem Klangspiel und der Partitur 7×7 des österreichischen Komponisten und Musikers Karlheinz Essl basiert.

GUGUG
Sabine Groschup, A 2006
Das Erzählen als ein Modus des Sich-Erinnerns ist Thema in Sabine Groschups malerischem Zeichentrickfilm GUGUG. Die im O-Ton aufgenommene Erzählung der im bäuerlichen Milieu aufgewachsenen Großmutter der Filmemacherin bildet das Gerüst des Films.

FILM AUF FICHTENHOLZ
Norbert Trummer, A 2007
Norbert Trummers minimalistisch anmutender Trickfilm verblüfft durch seine Einfachheit. Er malt mehrere Wiederholungen eines Motivs auf sägeraue Fichtenbretter. Durch diese mit der Hand durchgeführte Vervielfältigung entstehen Abweichungen.

GUITARSTRING MARKED FINGERPRINTS
Marlene Rudy, A 2010
Ein animierter Musik-Clip, der im Rahmen eines Gruppenprojekts an der Hochschule der Künste in Wien für die Band Dust Covered Carpet entstand. Gewinner des Airbed Movie Awards bei VIS Vienna Independent Shorts 2010.

STEP FORWARD
Eni Brandner, A 2013
Ein abstraktes, animiertes Video für den Song Step Forward von Compact Space. Kohle- zeichnung auf braunem Papier sowie ein paar Bleistiftzeichnungen, die beim Prozess des Animierens und Schneidens am Computer dazugefügt wurden.

MYSTERY MUSIC
Nicolas Mahler, A 2009
Die Idee von Visual music findet in der animierten Arbeit von Nikolaus Mahler eine ironische Antwort, wenn die »Töne« diverser Instrumente als dicke Würste über die Leinwand fließen. Die akustische Umsetzung des wunderbar unaufgeregten Bildgeschehens mit experimen- tellen elektronischen Klängen fügt dem Werk eine weitere Humorebene hinzu.

LINZ / MARTINSKIRCHE
Edith Stauber, A 2014
»Wir alle kennen solche Inszenierungen von Kirchen und deren Innenräumen aus Filmen oder dem Fernsehen: bedeutungsschwanger, erhaben, festlich … Die Anordnung, die uns LINZ / MARTINSKIRCHE vor Augen führt, steht in krassem Gegensatz dazu.« (Sylvia Szely)

RACECAR
Holger Lang, A 2007
Eine Collage um die Ecke biegender Autos in einem Rennen. Der Rhythmus der Bewegung und die Farben der Autos verschwinden in der Helligkeit des Lichts.

VIDEO 65
Dextro, A 2014
Bild und Ton entstehen aus einem Computerprogramm, das jedoch durch die Einbindung physischer Bewegung in den Kreativprozess ergänzt wird; Trackpads, Tastenanschläge und gehackte Spielecontroller werden benutzt, um Echtzeit-Spontaneität und menschliche Unge- nauigkeit hinzuzufügen. (Chris Arrell, Übersetzung aus dem Englischen: Filmarchiv Austria)

ROTONDA – XANADU
Thomas Steiner, A 2012
Palladios Villa Rotonda und das Schloss Xanadu in Orson Welles’ CITIZEN KANE sind beides klassische Beispiele architektonischer bzw. filmischer Konstruktion. Als Basis für ROTONDA – XANADU wurde die geheimnisvolle Eingangssequenz von CITIZEN KANE nachgebaut.

SUNNY AFTERNOON
Thomas Renoldner, A 2012
SUNNY AFTERNOON ist die Konfrontation »einer Art« Avantgardefilm mit »einer Art« Musikvideo und stellt so die Frage nach den Standardtabus und Klischees beider Genres. Sowohl Avantgardfilm als auch Musikvideo parodieren auch den »für das Genre typischen« Sound.

DOMINO
Anna Vasof, A 2014
DOMINO kombiniert den Mechanismus eines Dominofalls mit der Stop-Motion-Technik und stellt damit eine neue Animationstechnik vor – die »Nonstop-Stop-Motion«. Eine Video- kamera folgt und filmt durchgehend den Fall von Dominosteinen. Gewinner des ASIFA AUSTRIA Award/Best Austrian Animation 2014

THE WAY TO M
Zsuzsanna Werner, A 2011
Ein postmodernes Roadmovie, eine Reise durch Welten und Dimensionen. Ein digitaler Arbeiter geht auf diese Reise, eine äußerst innere Reise. Mit dem Soundtrack von Alexander Hengl (theclosing) erzeugen die Bilder ein kaleidoskopisches Lösungsmittel. Der Film wurde mit dem ASIFA AUSTRIA Award/Best Austrian Animation 2011 ausgezeichnet

TINTENKILLER
Veronika Schubert, A 2009
Die Fernsehserie TATORT hat das Krimi-Genre sehr beeinflusst und stellt seit über vier Jahrzehnten den Inbegriff deutscher Populärkultur dar. Veronika Schuberts rotoskopierte Found-Footage-Animation TINTENKILLER schöpft aus diesem reichen Reservoir. »TINTEN- KILLER abstrahiert die Collage aus den Ritualen und den Banalitäten, die jeden Fernsehkrimi als solchen determinieren und erstellt im direkten Sinn des Wortes einen Blueprint des Genres: statt Blut fließt Tinte durch die Bilder. « (Sylvia Szely)

GESAMTSPIELZEIT: 69 min

Teilen