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D 1920, 85 min, viragiert, dt. ZT, 35mm

20.03.2017, 19:00 | 02.04.2017, 18:30 |

vergangene Retrospektiven Von Caligari zu Hitler

DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM

REGIE Paul Wegener | BUCH Henrik Galeen, Paul Wegener | KAMERA Karl Freund | MIT Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova, Ernst Deutsch, Otto Gebühr

DER GOLEM gilt als einer der bedeutendsten deutschen Stummfilme, mit einer herausragenden Kameraarbeit und außergewöhnlichen expressionistischen Bauten. Doch Wegener ist weder Murnau noch Lang. Er gestaltet die jüdische Golem-Legende teilweise antisemitisch um und macht Löw zu einem faustischen Magier, der zunächst eine Teufelsbeschwörung vollzieht. Wegener zeigt ein mittelalterliches jüdisches Getto, das zugleich aber auch die »Angst vor der Masse der fremden Juden« in der Weimarer Republik reflektiert. Die Juden sehen mit ihren wehenden Bärten und langen Nasen ganz anders aus als die bunte christliche Gesellschaft, betreiben schwarze Magie, verführen und morden ungestraft. Das ist noch kein JUD SÜSS, aber Klischees wurden hier auf der Leinwand gezeigt, die dort bereitwillig aufgenommen wurden. (Klaus Davidowicz)

MO 20.3.: Mit einer Einführung von Frank Stern und Klaus Davidowicz und anschließender Podiumsdiskussion, Live-Musikbegleitung von Richard Eigner aka Ritornell.
SO 2.4.: Mit Live-Musikbegleitung von Florian C. Reithner.

Parallel zur Retrospektive Von Caligari zu Hitler findet im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut für Judaistik und dem Institut für Zeitgeschichte – Schwerpunkt Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte die interdisziplinäre Vorlesung »Unterhaltung und Propaganda« von Klaus Davidowicz und Frank Stern statt.

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