
Ist das Kino primär dazu da, die Ängste und Wünsche des Publikums zu bedienen? Oder ist es nicht vielmehr umgekehrt so, dass wir, die wir uns ins Kino begeben, dort erst überhaupt unsere Sehnsüchte erkennen? Der streitbare Soziologe, Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek nimmt uns mit auf einen kurzweiligen Ritt durch die Filmgeschichte. In Repliken von Kulissen mehrerer berühmter Klassiker (die uns auch in dieser Retrospektive begegnen), vermittelt der Lacanianer Žižek, der sich nebenbei auch als echter Cineast und gewitzter master of ceremony entpuppt, die Strategien und Subtexte, mit denen das Kino Reales, Imaginäres und Symbolisches verhandelt. Danach wird man nicht nur diese Filme mit anderen Augen sehen, sondern überhaupt einen ganz frischen Blick auf die siebente Kunst werfen. (Florian Widegger)